Gartenplanung

Gartenplanung

Die Vision vom Garten beginnt in der Zeit, wenn die Natur noch ruht, in Erwartung des Frühling. Dann ist die ideale Zeit, um sich gut für die Gartensaison vorzubereiten und seine Ideen und Wünsche in einen Gartenplan umzusetzen.

Warum ein Gartenplan?
Mit einem Gartenplan kann man seine Wünsche mit der vorhandenen Fläche  und den Bedingungen des Anbaus abgleichen und anhand dieses Plans können Sie eine reale Liste für den Einkauf der Samen und Setzlinge zusammenstellen. Man muss auch beachten, dass man nicht alles zur gleichen Zeit anbaut, weil einige Sorten schon im März angebaut werden (Erbsen, Salat, …) und andere erst Anfang Mai (Kürbisse, Bohnen, …).

Wie einen Garten Plan erstellen?
Gestalten Sie den Garten nach Ihren Wünschen und Bedürfnissen. Für den Anfang ist es nötig eine Liste der Sorten die Sie pflanzen wollen zu erstellen, auch in welchen Mengen Sie diese gerne anbauen würden (z.B. 20 Setlinge Paprika, 10 Setzlinge Tomaten, 40 Kohlköpfe….). Anhand der gewünschten Mengen werden Sie später den gebrauchten Raum und die gebrauche Menge der Samen voraussehen können. Fügen Sie der Liste unbedingt nützliche Pflanzen zu, die dem Ökosystem beihelfen, wie z.B. Studentenblumen und Ringelblumen, die die schädlichen Fadenwürmer aus der Erde austreiben. Wünschenswert sind auch Gewürze und Heilkräuter, die sich positiv auf die Gesundheit der Pflanzen auswirken und dem ökologischen Gleichgewicht im Garten helfen. Die Blumen sind nicht nur im Garten, weil sie schon aussehen und gut riechen. Sie ziehen nützliche Insekten in den Garten an (z.B. Kokardenblumen (Gaillardia) ziehen  Marienkäfer an, Mohn Schwebefliegen, Schmuckkörbchen und Borretsch Bienen…) und manche Sorten bereichern die Erde mit Stickstoff (z.B. Lupinen). Für die Blumen und Kräuter brauchen Sie keinen getrennten Beete, sondern Sie können sie um den Rand der Beete und in Kombiation mit Gemüse pflanzen.

Um die Sorten und den Raum gut abzugleichen, ist es am besten nach der erstellten Liste ein Gartenschema zu machen. Skizzieren Sie die Beete auf ein Papier oder in einem Computerprogramm  und beginnen Sie die Beete mit den Gemüse- und Blumesorten von Ihrer Liste zu füllen. Die ideale Breite der Beete ist 80-100 cm, so dass Sie von beiden Seiten mit den Händen zur Mitte des Beetes hinlangen können. Die ideale Position ist Norden-Süden. So werden alle Beete durch den Tag die gleiche Menge Sonnenlicht bekommen.

Während des Kombinierens der Pflanzen in den vorgesehenen Beeten, ist es wichtig auf die Fruchtfolge aufzupassen. Die wichtigste Regel: die Blumen nicht auf die gleiche Stelle vom vorigen Jahr pflanzen! Das gilt für alle Sorten, außer für Tomaten, die am besten gelingen, wenn sie jedes Jahr auf der gleichen Stelle wachsen. Beachten Sie, dass Pflanzen die der selben Familie angehören auch die selben Schädlinge und Krankheiten haben. Das Kohlgemüse z.B., zu dem auch der Brokkoli, die Radieschen und der Wirsing gehören, werden von den Kohlwanzen angefallen, während das Fructhgemüse, wie z.B. Tomaten und Paprikas die Kartoffelkäfer anfallen. Haben Sie in einem Beet das letzte Jahr Brokkoli gezüchtet, dann ist  die Wahl für dieses Jahr nicht Wirsing, sondern Karotten oder Bohnen. Das ist nicht nur wichtig wegen der Krankheiten und Schädlingen, die in der Erde überwintern, sondern auch wegen der Erde selbst. Verschiedene Sorten haben verschiedene Bedürfnisse nach Nährstoffen, die sie aus der Erde schöpfen und deswegen hilft Ihnen diese Rotation der Pflanzen im Garten, dass auf manchen Stellen die Erde nicht völlig ausgeschöpft ist und auf manchen ungebraucht. Vergessen Sie nicht, dass Hülsenfrüchte die Erde mit Stickstoff bereichern.

Während des Planens sollten Sie auch berücksichtigen, dass es  gute und schlechte Nachbarn im Garten gibt. Manche Sorten regen gegenseitig das Wachsen an und schützen sich vor Schädlingen und Krankheiten (z.B. Zwiebeln und Karotten treiben zusammen mit ihrem Geruch die Schädlinge fort). Natürlich, es gibt auch Kombinationen, in denen die Pflanzen sich gegenseitig das Wachsen verlangsamen oder verhindern. Es gibt verschiedene, gegenseitig widersprechende Tabellen der guten und schlechten Nachbarn –  folgen Sie deshalb die Grundregel: Niemals auf einem Beet Pflanzen aus der selben Familie kombinieren. Berücksichtigen Sie die Größe und das Wachstum der Pflanze und kombinieren Sie so, dass Sie genug Platz für beides auf dem Beet haben (z.B. Zwiebeln besetzen Platz unter der Erde und harmonieren ausgezeichnet mit Salat, der mehr Platz über der Erde braucht).

Vergessen Sie nicht den Windschutz und hohe Pflanzen die einen Schatten machen, weil es wichtig ist, dass genau die Pflanzen denen das auch passt, im Schatten sind. Berucksichtigen Sie dabei auch die Himmelsrichtungen – von der nordlichen Seite scheint die Sonne nie und deswegen werden die größten Pflanzen, wie z.B. Sonnenblumen auf die nordliche Seite gepflanzt, um so viel wie wenig den Rest des Garten zu beschatten.

Einen guten Plan zu erstellen, der alle Bedingungen erfüllt ist nicht leicht, weil alles von einigen Faktoren abhängt: wie wird das Klima in diesem Jahr, wie ist die Erde, welche Pflanzen wachsen zusammen…  Diese Regeln sind nicht da um blind verfolgt zu werden. Nehmen Sie diese Regeln als Richtlinien, die Ihnen bei der Erstellung des Gartens helfen. Alles andere kommt mit Erfahrung. Probieren Sie aus, beobachten Sie und lernen Sie von der Natur. Folgen Sie Ihren Herzen und genießen Sie die organische Nahrung, die in Ihrem Garten gewachsen ist. Durch diesen Prozess „wachsen“  auch Sie selber.

Silvija Kolar-Fodor ist Naturliebhaberin und Edukatorin für das Biogärtnern im Verband  „Biogarten – in Harmonie mit der Natur“. Ihre Ratschläge und Erfahrungen können Sie lesen auf  www.biovrt.com .

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